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Preisverleihung 2018

Platz 1 Monika Nerding, Landeshauptstadt Wiesbaden, Einführung des Integrationsgesetzes - Auswirkungen auf das Aufenthaltsgesetz mit schwerpunktmäßiger Betrachtung des § 12a AufenthG
Im Jahr 2015 verzeichnete die Bundesrepublik eine Nettozuwanderung von 1.242.265 Ausländern. Ca. 31 % von ihnen stellten einen Asylantrag. Aufgrund dieser massiven Zuwanderung von Flüchtlingen wurde am 06.08.2016 das Integrationsgesetz erlassen. Die Arbeit beleuchtet zunächst das Integrationsgesetz im Ganzen, geht dann auf die einzelnen Änderungen im Aufenthaltsgesetz ein und erklärt deren gesetzgeberische Intention. Im Anschluss erfolgt die Analyse des neu eingeführten § 12a AufenthG. Dieser regelt die Erteilung einer Wohnsitzauflage für Asylberechtigte, Flüchtlinge, subsidiär Schutzberechtigte und Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 22, § 23 oder § 25 Abs. 3 AufenthG. Im nächsten Schritt wird die bisherige Regelung zu wohnsitzbeschränkenden Auflagen nach § 12 Abs. 2 AufenthG kurz erläutert und der neuen Regelung von § 12a AufenthG gegenübergestellt. Hierbei wird auch auf die europarechtliche Zulässigkeit von Wohnsitzbeschränkungen in Bezug auf subsidiär Schutzberechtigte eingegangen. Am Ende werden die Auswirkungen von § 12a AufenthG auf die Praxis untersucht. Zunächst werden die praktischen Folgen für die tägliche Arbeit anhand der Ausländerbehörde Wiesbaden dargestellt. Danach wird untersucht, inwieweit die gesetzgeberischen Intentionen die hinter der Neuregelung der Wohnsitzauflage stehen, in der Praxis erreicht werden. Die Arbeit schließt mit einem Fazit ab.

Platz 2: Luisa Ziegler, Main-Kinzig-Kreis, Der Unterschied des Residenzmodells mit erweitertem Umgang zum Wechselmodell in Bezug auf die Arbeit eines Beistands - Eine Handlungsanleitung für Beistandschaft des Jugendamtes des Main-Kinzig-Kreises
Trennen sich Paare oder lassen sich Ehepaare scheiden, die bereits gemeinsame Kinder haben, stellt sich häufig die Frage nach der zukünftigen Betreuung der Kinder. In der Regel werden die Kinder in dem sog. klassischen Residenzmodell betreut, indem ein Elternteil die alleinige Betreuung des Kindes wahrnimmt und der andere Elternteil ggf. lediglich Umgangskontakte mit seinem Kind pflegt und die fehlende Betreuung durch die Zahlung von Kindesunterhalt ausgleicht. Jedoch haben sich in den letzten Jahren von dem klassischen Residenzmodell in seiner üblichen Form abweichende Betreuungsmodelle ergeben. Insbesondere durch die Veränderungen in der Gesellschaft werden mehr Modelle für die Betreuung der Kinder gesucht, die eine geteilte Verantwortung der Eltern miteinschließen. Zu den vom klassischen Residenzmodell abweichenden Betreuungsmodellen zählt zum einen die Betreuung im Wechselmodell. Bei diesem Modell sind beide Elternteile zu annähernd gleichen Teilen an der Betreuung des Kindes beteiligt. Zum anderen kommt das Residenzmodell mit erweitertem Umgang als Mischmodell in Frage. In diesem Modell wird die überwiegende Betreuung weiterhin von einem Elternteil übernommen, jedoch bringt sich der andere durch den erweiterten Umgang mehr in die Betreuung des Kindes mit ein. Da die beiden Betreuungsmodelle zunehmend an Bedeutung gewinnen, ist davon auszugehen, dass sich die Ausweitung zukünftig auch mehr auf die Sachbearbeitung der Beistandschaft des Main-Kinzig-Kreises auswirken wird und daher in Bezug auf die Arbeit der Beistände neue Herausforderungen entstehen. Durch die Thesis werden daher in erster Linie die Auswirkungen dieser Modelle auf die Berechnung des Kindesunterhalts minderjähriger Kinder thematisiert. In diesem Zusammenhang wird durch eine Handlungsanleitung für die Beistände des Main-Kinzig-Kreises dargestellt, unter welchen Voraussetzungen das jeweilige Betreuungsmodell gegeben ist und wie sich die beiden Modelle auf den Kindesunterhalt und dessen Berechnung auswirken.

Platz 3: Lisa Jost, Regierungspräsidium Gießen, Untersuchung der Rückkehrberatung in Hessen unter Berücksichtigung des Konzepts der staatlichen Rückkehrberatung
In den letzten zwei Jahren ist die Zahl der Flüchtlinge, die in Deutschland Schutz und Asyl suchen, stark angestiegen. Nicht alle Flüchtlinge können aber in Deutschland bleiben. Bei Ablehnung des Asylantrags ist der Schutzsuchende zur Ausreise aus der Bundesrepublik verpflichtet. Der Betroffene kann dieser Verpflichtung durch eine freiwillige Ausreise nachkommen. Andernfalls kommt es zur Vollziehung der Abschiebung, welche für die Betroffenen oft sehr belastend ist. Der Termin wird nicht angekündigt und die Abholung in der Unterkunft erfolgt durch Polizeibeamte. Außerdem verursacht eine Abschiebung hohe Kosten, die der Ausländer zu tragen hat. Es liegt im Interesse der Asylbewerber und der Behörden, Abschiebungen zu vermeiden und freiwillige Ausreisen zu fördern. Eine freiwillige Ausreise hat den Vorteil, dass sie mit Unterstützung der Behörde geplant und vorbereitet werden kann, zudem erfolgt sie ohne polizeiliche Begleitung und hat finanziell keine nachteiligen Folgen für die Betroffenen. Im Rahmen der Rückkehrberatung können sich die Ausländer bei Behörden oder Nichtregierungsorganisationen über Vorteile, Organisation und Ablauf der freiwilligen Rückkehr informieren. Bisher existieren bundesweit noch keine einheitlichen Richtlinien zur Durchführung der Rückkehrberatung. Das Land Hessen hat unter Federführung des Regierungspräsidiums Gießen ein einheitliches Konzept erarbeitet, mit dem hessenweit eine umfassende staatliche Rückkehrberatung garantiert werden soll. Diese Arbeit gibt zunächst einen Einblick in das Asylverfahren und stellt freiwillige Ausreise und Rückkehrberatung ausführlich dar. Mithilfe von schriftlich geführten Interviews wird der gegenwärtige Status quo der Rückkehrberatung bei den hessischen Regierungspräsidien, Ausländerbehörden und Nichtregierungsorganisationen veranschaulicht. Anschließend erfolgt die Darstellung des Konzepts der staatlichen Rückkehrberatung in Hessen. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse werden Handlungsempfehlungen formuliert, um die Entwicklung der Rückkehrberatung zu unterstützen.