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POLIZEI, POLITIK, POLIS

Mit Beginn dieses Jahres ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt angelaufen, das an der HfPV sowie an den Universitäten Heidelberg und Lüneburg durchgeführt wird. Das Wiesbadener Team besteht aus Prof. Dr. Georgios Terizakis (https://www.hfpv.de/personen/georgios-terizakis) und Dr. Marilena Geugjes, einer neuen wissenschaftlichen Mitarbeiterin an der HfPV. Das Projekt untersucht, welche Rolle die Polizei in der lokalspezifischen Aushandlung fluchtbedingter Vielfalt in Großstädten spielt: In welcher Weise nimmt polizeiliches Handeln eine jeweils besondere Logik im städtischen Raum ein? Wie ist es dabei in einen stadtpolitischen und zivilgesellschaftlichen Kontext eingebettet?

Die öffentliche und politische Thematisierung von Flucht ist häufig durch einen Sicherheitsdiskurs geprägt. Damit kommt der Polizei im Umgang mit ambivalenten Unsicherheitslagen und -wahrnehmungen im Spannungsverhältnis von Sicherheit und Menschenrechten eine zentrale, wenn auch oft übersehene Rolle zu. Der Projektansatz ist es, zu untersuchen, inwiefern die Polizei in lokale Praktiken eingebunden ist und vom städtischen Umfeld geprägt wird. Das Forschungsprojekt will analysieren, in welcher Weise polizeiliches Handeln gegenüber Geflüchteten eine jeweils besondere Logik im städtischen Raum annimmt und dabei in stadtpolitische Strategien („Politik“) und zivilgesellschaftliche Praktiken und Diskurse („Polis“) eingebettet ist. Es leistet damit einen Beitrag zur Rolle der Polizei in der lokalspezifischen Aushandlung von fluchtbedingter Diversität von Stadtgesellschaften sowie zur Erforschung der Bedeutung von Flucht und Migration für das urbane Regieren.  

Im Laufe des Projekts werden in sechs Städten aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachen polizeiliche Wahrnehmungen der Herausforderungen und der Handlungsmöglichkeiten sowie die verfolgten Sicherheitsstrategien erschlossen. Im zweiten Schritt werden diese polizeilichen Sichtweisen und Handlungsorientierungen in die lokalen Kontexte eingebettet. Schließlich wird ermittelt, inwiefern sich von spezifischen städtisch-polizeilichen Umgangsweisen mit Geflüchteten sprechen lässt und wo deren Bruchstellen, Konflikte und Potentiale liegen können. Es sind die Praktiken der alltäglichen Polizeiarbeit im Kontext Flucht, die im Projekt im Mittelpunkt stehen.

Das beteiligte Team der Universität Heidelberg besteht aus Prof. Dr. Michael Haus (https://www.uni-heidelberg.de/politikwissenschaften/personal/haus/haus.html) und Svenja Keitzel (https://www.uni-heidelberg.de/politikwissenschaften/personal/haus/mitarbeiter/keitzel.html). Prof. Dr. Sybille Münch (https://www.leuphana.de/institute/ipw/personen/sybille-muench.html) und Leonie Jantzer bilden das Team der Leuphana Universität Lüneburg.