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Professor Dr. Rittig mit zwei Wissenschaftspreisen geehrt

Prof. Dr. iur. Steffen Rittig, LL.M.

Die im Jahr 2019 mit der Bestnote summa cum laude abgeschlossene Dissertation von Herrn Professor Dr. Steffen Rittig wurde kürzlich mit zwei Wissenschaftspreisen ausgezeichnet. Die Johannes Gutenberg-Universität (JGU) in Mainz verlieh ihm im Juni 2020 in Anerkennung der herausragenden Dissertation den mit 3.000 Euro dotierten Preis der Dr. Feldbausch-Stiftung für das Jahr 2020. Ende September 2020 wurde die Arbeit ein weiteres Mal ausgezeichnet, und zwar mit dem Preis der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Inneren Sicherheit 2020, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Die Prämierung einer wissenschaftlichen Arbeit mit einem Wissenschaftspreis ist etwas ganz Besonderes. Daher gratulieren wir Herrn Professor Dr. Steffen Rittig sehr herzlich zu diesen bemerkenswerten Auszeichnungen und freuen uns mit ihm über die tolle Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen.

Professor Dr. Steffen Rittig lehrt Strafrecht und Strafverfahrensrecht an der HfPV, und zwar in der Abteilung Wiesbaden des Fachbereichs Polizei. Seine Forschungsschwerpunkte sind neben dem allgemeinen Strafrecht und dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren auch das öffentliche Medienrecht, insbesondere auch an seinen Schnittstellen zum Strafverfahrensrecht, etwa im Kontext der Medienarbeit der Strafverfolgungsbehörden. Gerade diese medienrechtliche Kompetenz macht ihn zum gefragten Dozenten für Fortbildungsveranstaltungen an anderen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen, beispielsweise der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz und der Deutschen Hochschule der Polizei, aber auch im Bereich der allgemeinen Verwaltung.

Die zweifach prämierte Arbeit widmet sich der Frage, inwieweit den in- und ausländischen Medien (Presse, elektronische Presse, Hörfunk, Fernsehen und Kinofilm) ein verfassungsunmittelbarer und/oder gesetzlicher Auskunftsanspruch zu journalistischen Zwecken speziell gegen deutsche Strafverfolgungsbehörden zusteht. Die Forschung in Richtung eines journalistisch geprägten Anspruchs der Kinofilmschaffenden ist völlig neu und einzigartig. In Bezug auf alle Mediengattungen untersucht werden die einschlägigen Bestimmungen des Grundgesetzes sowie aller Landesmediengesetze, aller Landespresse- und Landesrundfunkgesetze, des Rundfunkstaatsvertrags, der Richtlinien für das Straf- und Bußgeldverfahren, der Polizei-Dienstvorschrift 100, der Verhaltensgrundsätze für Presse/Rundfunk und Polizei, der Publizistischen Grundsätze (Pressekodex) sowie diverser einschlägiger Verwaltungsvorschriften, insbesondere die der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Dabei nehmen die Gründe zur Auskunftsverweigerung und zur Auskunftsverkürzung breiten Raum ein. Die außergerichtliche Geltendmachung des Anspruchs wird ebenso beleuchtet wie auch dessen gerichtliche Durchsetzung. Auch die Möglichkeiten zum Erlass einer Sperrerklärung im Verwaltungsstreitverfahren nach § 99 Verwaltungsgerichtsordnung wird erörtert, sowie die damit verbundenen Schwierigkeiten und Kniffe.

 

Bibliographische Daten des Buchs:

Steffen Rittig, Der medienrechtliche Auskunftsanspruch gegen Strafverfolgungsbehörden. Voraussetzungen und Grenzen des medienrechtlichen Auskunftsanspruchs der Presse, des Rundfunks, der elektronischen Presse und des Films gegen die Staatsanwaltschaft, die Polizei und andere strafverfolgend tätige Behörden unter besonderer Berücksichtigung verfassungsrechtlicher, strafprozessualer und datenschutzrechtlicher Fragestellungen

Cuvillier Verlag, Göttingen 2019, 522 Seiten, ISBN 978-3-7369-7033-5, zugleich Dissertation Universität Mainz 2019