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Kommunikation statt Gewalt

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Festliche Prämierung an der Wiener Sicherheitsakademie schließt gemeinsame Studie von HfPV und SIAK ab
Die im Oktober 2017 begonnene Zusammenarbeit der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung (HfPV) mit der Sicherheitsakademie (SIAK), die im Bundesministerium für Inneres in Österreich für Ausbildung und Forschung zuständig ist, konnte mit der gemeinsam durchgeführten Studie zur Kommunikation im Polizeieinsatz zeigen, wie wertvoll und gewinnbringend diese internationale Kooperation ist.

Die Studie ging davon aus, dass es im alltäglichen Polizeieinsatz immer wieder zu Situationen kommt, in denen das polizeiliche Ziel nicht einfach zu erreichen ist, in denen Konflikte mit dem Gegenüber ausgetragen werden müssen oder in denen man an die Grenzen seiner Möglichkeiten stößt. Dabei zeigen Einsatzkräfte immer wieder, dass sie in schwierigen Konfliktsituationen den Einsatz von (physischer) Gewalt vermeiden, indem sie geschickt kommunizieren und damit deeskalierend wirken. Wie Polizei dabei auf unterschiedlichen Wegen ihr Ziel erreicht, ist aber wissenschaftlich noch wenig betrachtet. Um entsprechend mehr über erfolgreiches Handeln im Polizeidienst zu erfahren und gelungenes Einsatzhandeln zu würdigen, führte die HfPV das für Hessen bereits 2016 durchgeführt Forschungsprojekt mit dem Titel „Kommunikation statt Gewalt“ unter Leitung von Prof Dr. Clemens Lorei (Dozent für Psychologie und Einsatztraining) 2019 in Zusammenarbeit mit der SIAK auch in Österreich durch. Ziel war es nun in Österreich Einsatzkommunikation, die sich in realen Einsätzen als deeskalierend bewährt hat, zu sammeln, zu analysieren und dieses hervorragende Einsatzverhalten zu würdigen. Der Kooperationspartner SIAK lud deshalb alle ca. 33.000 Bundespolizeibeamtinnen und -beamten Österreichs ein, selbst erlebte Einsätze einzusenden. Eine Jury aus Mitgliedern verschiedener Bundesländer und Landespolizeidirektionen  Österreichs mit unterschiedlichen polizeilichen Funktionen und Spezialisierungen kürte dann die 20 Preisträger, welche alle herausragende kommunikative Lösungen für sehr unterschiedliche, schwierige Einsatzsituation demonstrieren konnten. Die Einsendungen zeigten beeindruckend, wie geschickt die Polizei auch in alltäglichen Einsätzen agiert sowie friedliche und zufriedenstellende Lösungen selbst in kritischen Situationen findet. Dabei ergab die Analyse der kommunikativen Deeskalationsstrategien, dass vor allem das Bewahren von Ruhe und Geduld, der Aufbau einer Kommunikationsbeziehung, das Zeigen von Interesse und Verständnis für das Gegenüber bzw. seine Situation, das respektvolle und höfliche Miteinander sowie das Zuhören entscheidende Techniken zur Beruhigung einer Lage sein können.

Zur Würdigung und des Hervorragenden Einsatzverhaltens wurden die Preisträger in einem sehr festlichen Rahmen an der SIAK  prämiert. Die Übergabe der Urkunden erfolgte durch den Leiter der SIAK Direktor Dr. Norbert Leitner sowie die Kanzlerin der HfPV Alexandra Schäfers-Vogel. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Friedrich Glasl zum Thema „Teufelskreise der Eskalation“, womit die Erfahrungen der Teilnehmer an diesem Wettbewerb auch in einen theoretischen Zusammenhang eingeordnet werden konnten.

Die Zusammenarbeit zwischen HfPV und SIAK soll in Zukunft weiter ausgebaut und ausgeweitet werden. Gespräche über nachfolgende Forschungsarbeiten sowie der Austausch von Lehrenden und Lernenden sind dabei in Überlegung. So soll die erfolgreiche und für beide Seiten bereichernde Kooperation fortgesetzt und vertieft werden.